Alte Pazifisten
5. April 2009
Joachim Herrmann (nicht zu verwechseln verwandt mit Eva Herrmann) ist seit 2007 Bayerischer Innenminister. In seinem Amt widmet er sich dabei vor allem dem Bayrischem Versammlungsrecht und natürlich dem Weltfrieden:
Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.
Diese Computerspiele, die er als Tötungstrainingssoftware
bezeichnet, stehen also – im Gegensatz zu Filmen – auf einer Stufe mit Pädophilie. Im Gegensatz zu Filmen sind diese nämlich laut Herrmann auch für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe
verantwortlich.
Bleibt nur zu Hoffen, dass den Pazifisten Herrmann nicht doch noch seine Zeit bei der Bundeswehr einholt. Oder das Jahr 1992 in dem er für Siemens arbeitete – 1992 spendete Siemens der CDU nicht nur eine Telefonanlage1, sondern stand vor allem wegen Waffengeschäften im Nahen Osten in der Kritik.
Beruhigend jedoch, dass die konservative Selbstverpflichtungslogik auch hier gültig bleibt.
Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche.
Damit sind konkrete Konsequenzen wohl weiterhin ausgeschlossen. Hauptsache: Lärm.
1. Siemens hatte lange Zeit bestritten vor 1997 überhaupt an die CDU gespendet zu haben.
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